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Lebenserwartung gestiegen  

Durch die Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung 1883 erhielten die Arbeiter erstmals einen Anspruch auf Hilfe bei Krankheit. Das begann mit der Zahlung eines Krankengeldes und wurde in der Folgezeit auf medizinische Leistungen ausgeweitet. Gesundheit war damit nicht mehr vorrangig eine Frage des Einkommens. Das zeigt exemplarisch die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung: Sie hat sich seitdem mehr als verdoppelt.

 

 

Säuglingssterblichkeit deutlich verringert 

1883 überlebte jedes vierte Kind nicht das erste Lebensjahr. Mit Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung war für weite Teile der Bevölkerung erstmals die medizinische Versorgung im Krankheitsfall gesichert.  Seitdem hat sich die Säuglingssterblichkeit um das Sechzigfache verringert.

Wachsende Solidargemeinschaft 

Mit Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung 1883 waren zuerst die Arbeiter pflichtversichert. In den darauf folgenden Jahrzehnten wurden weitere Berufsgruppen und deren Familien einbezogen. Seit der Wiedervereinigung 1990 sind fast 90 Prozent der Bevölkerung in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert.

Die Kaiserliche Botschaft: Geburtsurkunde des Sozialstaats 

Berlin, 17. November 1881: Für halb zwei ist im königlichen Schloss die feierliche Reichstagseröffnung anberaumt. Kaiser Wilhelm I. ist nicht zugegen: Die Ärzte haben dem kränkelnden 84-Jährigen empfohlen, nicht teilzunehmen. So vertritt ihn Otto von Bismarck und verliest ,mit ausdrucksvoller Stimme’, wie der Stellvertretende Reichskanzler Karl-Heinrich von Boetticher später notierte, die Kaiserliche Botschaft.

Und: ,Die Botschaft machte auf die Zuhörer großen Eindruck’, so von Boetticher weiter.“

 

Aus: Quellensammlung zur Geschichte der Sozialpolitik, 2. Abteilung, Band 1,

Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, Seite 61

 

Die Kaiserliche Botschaft v0n 1881 gilt als die Geburtsurkunde des Sozialstaats. In den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden die gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung, später folgten die Arbeitslosen- und die Pflegeversicherung.

Gesundheitsausgaben 

Das leistet die GKV 

Mitglieder der Krankenkassen