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Pressemitteilung

28.09.2006
Dachverband fördert Verstaatlichungstendenzen / Wettbewerbsstärkung durch Einheitsverband?

AOK-Bundesverband, Bonn
BKK Bundesverband, Essen
IKK-Bundesverband, Bergisch Gladbach
See-Krankenkasse, Hamburg
Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V., Siegburg
AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V., Siegburg


Künftig solle ein einziger Spitzenverband Bund maßgebliche Entscheidungen für rund 70 Millionen Versicherte treffen und quasi allmächtig wesentliche Vertragsinhalte etwa für die ambulante und stationäre Versorgung festlegen. Formal sollen zwar alle Krankenkassen in dem neuen Dachverband Mitspracherecht haben und die Interessen ihrer Versicherten vertreten können. Faktisch deute aber alles darauf hin, dass künftig ein dreiköpfiger Vorstand an der kurzen Leine des Gesundheitsministeriums entscheide, welche Leistungen der Ärzte und Krankenhäuser wie bezahlt werden. In der Konsequenz hätten die Kassen auf rund 70 Prozent der ihnen zugewiesenen Mittel faktisch keinen Einfluss mehr. Dadurch fände eine völlig inakzeptable Konzentration der Gestaltungsmacht in der GKV statt und es bestehe die enorme Gefahr des zunehmenden Einflusses politischer und wirtschaftlicher Interessen. Die Zerschlagung der heutigen Strukturen würde zudem keinerlei Effizienzgewinn bringen. Im Gegenteil: Sie wird über weite Strecken lähmen und kommt Versicherte und Arbeitgeber teuer zu stehen.Einheitssysteme, in denen alles nach zentralem Plan abläuft, scheinen auf den ersten Blick besonders gerecht. Doch dieser Eindruck ist trügerisch. Erfahrungen im Ausland zeigten, dass solche Einheitssysteme nicht zu einer besseren Krankenversorgung führen als die heutige staatsferne Steuerung durch die Krankenkassen und ihre Verbände. Wartelisten bei lebenswichtigen Behandlungen und eine Verschlechterung der Versorgung für die Versicherten wie etwa in England zeigten, dass eher das Gegenteil der Fall wäre. Diese Zustände sollten die demokratisch gewählten Abgeordneten ihren Wählerinnen und Wählern nicht zumuten.


Federführend für die Veröffentlichung:
Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V.
AEV – Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V.
Frankfurter Str. 84, 53721 Siegburg
Ansprechpartnerin: Claudia Widmaier, Tel.: 0 22 41 / 1 08 – 386
Tel. Presse Berlin: 0 30 / 25 93 09 30
E-Mail: presse@vdak-aev.de